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Prämienvergleich

Auch: Krankenkassenvergleich, Krankenkassen-Prämienvergleich

Kurz erklärt

Ein Prämienvergleich stellt die Monatsprämien der Krankenkassen für deine Situation nebeneinander: Wohnort, Alter, Franchise, Modell und Unfalldeckung. Weil die Leistungen der Grundversicherung überall gleich sind, zeigt er direkt dein Sparpotenzial. 2026 lagen in der Stadt Bern für Erwachsene mit CHF 300 Franchise CHF 213 pro Monat zwischen günstigstem und teuerstem Angebot.

Aktualisiert am

Illustration: Zwei gleiche Körbe auf einer Balkenwaage, einer hängt etwas höher als der andereSymbolbild, KI-generiert

Das Wichtigste in Kürze

  1. Die Leistungen der Grundversicherung sind bei allen Kassen gleich, deshalb vergleichst du dort nur Prämie, Modell und Service (Art. 34 Abs. 1 KVG).
  2. Jede Kasse legt ihre Prämien selbst fest; das BAG muss sie genehmigen, bevor sie veröffentlicht werden (Art. 16 Abs. 1 KVAG).
  3. Prämien unterscheiden sich nach Kanton, Prämienregion und Altersgruppe (Art. 61 KVG).
  4. Die neuen Prämien muss die Kasse dir mindestens zwei Monate im Voraus mitteilen; kündigen kannst du danach mit einem Monat Frist (Art. 7 Abs. 2 KVG).
  5. Websites, die gegen ein wirtschaftliches Interesse Ranglisten mit Preisvergleich erstellen, gelten als Versicherungsvermittler (Art. 182a Abs. 2 AVO).

Was ist ein Prämienvergleich?

Ein Prämienvergleich ist die Gegenüberstellung der Krankenkassenprämien für eine bestimmte Person. In der Schweiz meint man damit fast immer die Grundversicherung nach KVG. Du gibst Wohnort, Geburtsjahr, gewünschte Franchise, Versicherungsmodell und Unfalldeckung an und siehst dann, was jede Kasse dafür im Monat verlangt.

Der Vergleich ist in der Grundversicherung besonders aussagekräftig, weil die Leistungen gesetzlich festgelegt sind. Die Kassen dürfen in der obligatorischen Krankenpflegeversicherung keine anderen Kosten übernehmen als jene, die das Gesetz vorsieht (Art. 34 Abs. 1 KVG). Wenn zwei Kassen für die gleiche Franchise und das gleiche Modell unterschiedliche Prämien verlangen, bekommst du bei der teureren nicht mehr Leistung.

Vom Prämienvergleich zu unterscheiden ist der Prämienrechner: Der Rechner ist das Werkzeug, der Vergleich das Ergebnis und die Entscheidung, die du daraus ableitest. Eine Offerte wiederum ist das verbindliche Angebot einer einzelnen Kasse.

Bei Zusatzversicherungen nach VVG funktioniert ein reiner Prämienvergleich nicht. Dort unterscheiden sich Leistungen, Limiten, Wartefristen und Aufnahmebedingungen von Produkt zu Produkt. Ein faires Bild ergibt sich nur, wenn du Leistung und Preis zusammen betrachtest.

So funktioniert es

Welche Angaben die Prämie bestimmen

Die Prämie der Grundversicherung hängt von fünf Faktoren ab, die das Gesetz zulässt:

  1. Wohnort: Die Kasse stuft die Prämien nach den kantonalen Kostenunterschieden ab und kann sie innerhalb des Kantons nach Regionen abstufen; massgebend ist dein Wohnort (Art. 61 Abs. 2 und 2bis KVG). Die Regionen legt das EDI fest, mehr dazu unter Prämienregion.
  2. Alter: Für Kinder und junge Erwachsene muss die Kasse tiefere Prämien festsetzen als für die übrigen Versicherten, und Kinder zahlen weniger als junge Erwachsene (Art. 61 Abs. 3 KVG). Die Einteilung erfolgt nach Geburtsjahr (Art. 91 Abs. 3 KVV).
  3. Franchise: Je höher die gewählte Franchise, desto tiefer die Prämie.
  4. Modell: Hausarzt-, HMO- und Telmed-Modelle kosten weniger als das Standardmodell mit freier Arztwahl.
  5. Unfalldeckung: Wer nach UVG gegen Unfall versichert ist, kann die Unfalldeckung ausschliessen und zahlt eine tiefere Prämie.

Ein fairer Vergleich hält vier dieser Faktoren fest und vergleicht dann die Kassen. Sonst vergleichst du Äpfel mit Birnen, zum Beispiel ein HMO-Angebot mit CHF 2'500 Franchise mit einem Standardmodell mit CHF 300.

Woher die Zahlen kommen

Jede Kasse reicht ihre Prämientarife für das Folgejahr beim BAG ein. Die Aufsichtsbehörde prüft, ob sie die Kosten decken und nicht unangemessen hoch sind, und genehmigt sie; vorher dürfen die Prämien weder veröffentlicht noch angewendet werden (Art. 16 KVAG). Das BAG publiziert die genehmigten Prämien jedes Jahr im Herbst als offenen Datensatz auf opendata.swiss und im eigenen Prämienrechner priminfo. Seriöse Vergleiche verwenden genau diese Daten und nennen Stand und Quelle.

Vom Vergleich zum Wechsel

Hast du eine günstigere Kasse gefunden, kannst du sie frei wählen (Art. 4 KVG, freie Kassenwahl). Die neue Kasse muss dich ohne Gesundheitsfragen aufnehmen. Nach der Mitteilung der neuen Prämie kündigst du bei der bisherigen Kasse mit einem Monat Frist auf Ende Dezember (Art. 7 Abs. 2 KVG). Die Kündigung muss bis 30. November bei der Kasse eintreffen. Den ganzen Ablauf erklärt die Seite Krankenkasse wechseln.

Rechtliche Grundlage

  • Art. 61 KVG: Die Kasse legt die Prämien fest, erhebt von ihren Versicherten grundsätzlich gleiche Prämien und stuft sie nur nach Kanton, Region und Altersgruppe ab.
  • Art. 16 KVAG: Die Prämientarife der Grundversicherung brauchen die Genehmigung der Aufsichtsbehörde (BAG). Nicht genehmigte Prämien dürfen weder veröffentlicht noch angewendet werden. Das BAG verweigert die Genehmigung unter anderem, wenn die Prämien die Kosten nicht decken oder zu übermässigen Reserven führen (Art. 16 Abs. 4 KVAG).
  • Art. 90c KVV: Die Prämie eines besonderen Modells oder einer Wahlfranchise beträgt mindestens 50 % der Prämie der ordentlichen Versicherung mit Unfalldeckung in der gleichen Region und Altersgruppe.
  • Art. 4 und 7 KVG: Du wählst die Kasse frei und kannst nach der Prämienmitteilung mit einem Monat Frist wechseln. Die Kasse muss die neuen Prämien mindestens zwei Monate im Voraus mitteilen.
  • Art. 182a AVO: Wer über eine Website ein wirtschaftliches Interesse am Abschluss hat und eine Rangliste mit Preis- und Produktevergleich erstellt, gilt als Versicherungsvermittler. Wer nur Daten oder Informationen bereitstellt, gilt nicht als Vermittler (Art. 182a Abs. 3 AVO).

Beispiel: Prämien 2026 in der Stadt Bern

Die Tabelle zeigt, wie weit die Prämien für die gleichen gesetzlichen Leistungen auseinanderliegen (Prämien 2026, Gemeinde Bern, Region 1, mit Unfall, alle Kassen und Modelle; Quelle BAG):

PersonFranchiseGünstigstes AngebotMedianTeuerstes Angebot
Nora, 34 JahreCHF 300CHF 545.90CHF 609.30CHF 758.90
Nora, 34 JahreCHF 2'500CHF 417.50CHF 482.70CHF 630.90
Jan, 22 JahreCHF 300CHF 391.85CHF 461.80CHF 593.00
Mia, 11 JahreCHF 0CHF 125.00CHF 145.90CHF 189.80

Die Zahlen gelten für 2026 und die Stadt Bern. In einer anderen Gemeinde, mit anderem Geburtsjahr oder im nächsten Jahr sieht die Rangfolge anders aus. Deshalb lohnt sich der Vergleich jedes Jahr neu, mit den Daten für deinen Wohnort im Prämienrechner.

Was bedeutet das für dich?

  1. Vergleiche jedes Jahr im Herbst. Sobald die neuen Prämien bekannt sind, prüfst du, ob deine Kasse noch im günstigen Bereich liegt.
  2. Halte die Leistung fest. Vergleiche gleiche Franchise, gleiches Modell und gleiche Unfalldeckung. Erst danach entscheidest du, ob ein anderes Modell oder eine andere Franchise für dich passt.
  3. Schau über die Prämie hinaus. Kennzahlen wie Reserven, Verwaltungskosten und Erreichbarkeit findest du in den Kassen-Steckbriefen unter Krankenkassen.
  4. Beachte die Frist. Die Kündigung muss bis 30. November bei der bisherigen Kasse eintreffen. Alle Termine stehen unter Fristen, einen fertigen Brief erstellst du mit dem Kündigungsbrief.
  5. Zusatzversicherungen separat prüfen. Du kannst die Grundversicherung wechseln und die Zusatzversicherungen bei der bisherigen Kasse behalten (Art. 7 Abs. 7 und 8 KVG).

Häufige Fehler

  • Unterschiedliche Franchisen vergleichen. Ein Angebot mit CHF 2'500 Franchise ist nicht «günstiger» als eines mit CHF 300, es verlagert nur Kosten auf dich, wenn du krank wirst.
  • Das Modell übersehen. Die tiefsten Prämien gehören oft zu Modellen mit Hausarzt-, HMO- oder Telmed-Pflicht. Wer sich nicht an die Regeln hält, riskiert Leistungskürzungen.
  • Nur auf die Rangliste eines Portals vertrauen. Prüfe, ob alle Kassen gezeigt werden, wonach sortiert wird und ob das Portal Provisionen erhält.
  • Kontaktdaten für ein Resultat hergeben. Die Prämien der Grundversicherung sind öffentlich. Du brauchst weder Telefonnummer noch E-Mail, um sie zu sehen.
  • Zu spät vergleichen. Nach dem 30. November ist ein Wechsel auf den 1. Januar nicht mehr möglich.

Wie wir die Prämien aufbereiten, erklären wir unter So rechnen wir.

Häufige Fragen

Welche Krankenkasse ist die günstigste?

Das hängt von Wohnort, Alter, Franchise und Modell ab und ändert sich jedes Jahr. Eine Kasse kann in Bern die tiefste und in Zürich eine mittlere Prämie haben. Ein Vergleich mit deinen eigenen Angaben zeigt die Rangfolge für dich.

Wann lohnt sich ein Prämienvergleich?

Am meisten nach Ende September, wenn das BAG die genehmigten Prämien für das nächste Jahr veröffentlicht und die Kassen sie mitteilen. Dann bleibt Zeit bis 30. November, um die Kündigung einzureichen.

Vergleicht man Zusatzversicherungen gleich?

Nein. Zusatzversicherungen haben unterschiedliche Leistungen, Limiten und Gesundheitsfragen. Dort musst du Leistungen und Prämie zusammen vergleichen, nicht nur den Preis.

Ist ein Online-Prämienvergleich neutral?

Nicht immer. Viele Vergleichsportale erhalten Provisionen von Versicherern und gelten dann rechtlich als Vermittler. Achte darauf, ob alle Kassen angezeigt werden, wonach sortiert wird und ob du Kontaktdaten angeben musst, um Resultate zu sehen.

Verwandte Begriffe

Quellen

  1. Bundesgesetz über die Krankenversicherung (KVG), Art. 61Art. 61 KVGfedlex.admin.ch
  2. Bundesgesetz über die Krankenversicherung (KVG), Art. 4 und 7Art. 4 und 7 KVGfedlex.admin.ch
  3. Krankenversicherungsaufsichtsgesetz (KVAG), Art. 16Art. 16 KVAGfedlex.admin.ch
  4. Aufsichtsverordnung (AVO), Art. 182aArt. 182a AVOfedlex.admin.ch
  5. BAG, Krankenversicherungsprämien 2026 (opendata.swiss)opendata.swiss
  6. BAG, Prämienrechner priminfo.admin.chpriminfo.admin.ch
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