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curafutura

Auch: Die innovativen Krankenversicherer

Kurz erklärt

curafutura war einer von zwei Branchenverbänden der Schweizer Krankenversicherer, neben santésuisse. Am 18.12.2024 wurde der Verein in prio.swiss umbenannt, der seit 01.01.2025 als gemeinsamer Verband praktisch alle Versicherten vertritt. Verträge von curafutura, etwa zum Arzttarif TARDOC und zur Vermittlerentschädigung, gelten über prio.swiss weiter.

Aktualisiert am

Illustration: leerer runder Tisch mit ordentlich angeordneten Stühlen in einem hellen RaumSymbolbild, KI-generiert

Das Wichtigste in Kürze

  1. curafutura existiert nicht mehr unter diesem Namen: prio.swiss ist seit 18.12.2024 Rechtsnachfolgerin.
  2. Der neue Verband wurde rechtlich auf der Vereinsstruktur von curafutura aufgebaut und tritt seit 01.01.2025 auf.
  3. curafutura hat mit der FMH den Tarifvertrag zu TARDOC abgeschlossen, der seit 01.01.2026 für ambulante ärztliche Leistungen gilt.
  4. Die Branchenvereinbarung von santésuisse und curafutura vom 22.03.2024 begrenzt Vermittlerentschädigungen und gilt teilweise für alle Versicherer.
  5. Für deine Versicherung ändert der Verband nichts: Leistungen, Prämien und Kündigungsrechte hängen vom Gesetz und deiner Kasse ab.

Was ist curafutura?

curafutura war ein Branchenverband von Schweizer Krankenversicherern. Der Verband vertrat seine Mitglieder in der Gesundheitspolitik, verhandelte Tarife mit Ärzten, Spitälern und anderen Leistungserbringern und schloss Vereinbarungen für die ganze Branche. curafutura war keine Krankenkasse: Der Verband hat niemanden versichert und keine Rechnungen bezahlt.

Über viele Jahre gab es in der Schweiz zwei Verbände der Krankenversicherer: curafutura und santésuisse. Sie vertraten unterschiedliche Kassen und oft unterschiedliche Positionen, besonders beim ambulanten Arzttarif. Diese Spaltung endete 2024. Die Versicherer beschlossen einen gemeinsamen Verband und bauten ihn aus Kosten- und Effizienzgründen rechtlich auf dem bestehenden Verein curafutura auf. curafutura erhielt neue Statuten und wurde in «prio.swiss – Der Verband Schweizer Krankenversicherer» umbenannt. Seit 18.12.2024 ist prio.swiss Rechtsnachfolgerin von curafutura, seit 01.01.2025 tritt der Verband unter dem neuen Namen auf.

Wer heute nach curafutura sucht, stösst deshalb meist auf ältere Dokumente: Tarifverträge, Stellungnahmen oder die Branchenvereinbarung zur Versicherungsvermittlung. Diese Dokumente sind nicht ungültig geworden. Die Rechte und Pflichten von curafutura sind auf prio.swiss übergegangen.

So funktioniert es

Ein Branchenverband der Versicherer hat in der Krankenversicherung drei wichtige Aufgaben.

Tarife verhandeln. Die Preise für Leistungen der Grundversicherung werden in Tarifverträgen zwischen Versicherern und Leistungserbringern vereinbart oder, wenn keine Einigung zustande kommt, von der Behörde festgesetzt. Gilt ein Tarifvertrag in der ganzen Schweiz, braucht er die Genehmigung des Bundesrats. curafutura war mit der Ärztevereinigung FMH Vertragspartei des Grundvertrags zum Einzelleistungstarif TARDOC. Am 31.10.2024 unterzeichneten FMH, H+, curafutura und santésuisse einen gemeinsamen Tarifvertrag zu TARDOC und den ambulanten Pauschalen. Der Bundesrat hat ihn am 30.04.2025 teilweise genehmigt; seit 01.01.2026 gilt das neue Tarifsystem. Im Vertrag steht heute prio.swiss an der Stelle von curafutura und santésuisse.

Regeln für die Branche vereinbaren. Die Versicherer dürfen untereinander Regeln für Telefonwerbung, Ausbildung von Vermittlern, Entschädigungen und Beratungsprotokolle vereinbaren. santésuisse und curafutura haben dazu am 22.03.2024 die Branchenvereinbarung Versicherungsvermittlung abgeschlossen. Der Bundesrat hat wichtige Teile davon per 01.09.2024 für alle Versicherer verbindlich erklärt.

Politik und Öffentlichkeit. Verbände nehmen Stellung zu Gesetzesvorlagen, veröffentlichen Analysen und vertreten die Versicherer gegenüber Bund und Kantonen. Seit 2025 übernimmt prio.swiss diese Rolle für praktisch alle Versicherer. Dienstleistungen, die nicht Aufgabe des neuen Verbands sind, etwa die Datenstelle SASIS und der Leistungseinkauf, führen Tochtergesellschaften von santésuisse weiter.

Rechtliche Grundlage

Für Verbände wie curafutura gibt es kein eigenes Gesetz. Sie sind privatrechtliche Vereine. Ihre Rolle in der Krankenversicherung ergibt sich aus einzelnen Bestimmungen:

  • Art. 46 Abs. 1 KVG: Parteien eines Tarifvertrags können einzelne Versicherer oder ihre Verbände sein. Nach Abs. 4 braucht ein Tarifvertrag die Genehmigung der Kantonsregierung oder, wenn er in der ganzen Schweiz gelten soll, des Bundesrats.
  • Art. 43 Abs. 4 KVG: Tarife und Preise werden in Tarifverträgen vereinbart oder in den vom Gesetz bestimmten Fällen von der Behörde festgesetzt.
  • Art. 19b KVAG: Die Versicherer dürfen eine Vereinbarung über Telefonwerbung, Ausbildung, Entschädigung von Vermittlern und Beratungsprotokolle abschliessen. Vertreten die beteiligten Versicherer mindestens 66 % der Versicherten, kann der Bundesrat Teile davon allgemeinverbindlich erklären.
  • Art. 35b KVAV mit Anhang 2: Die dort genannten Regeln der Branchenvereinbarung zwischen santésuisse und curafutura vom 22.03.2024 gelten seit 01.09.2024 für alle Krankenversicherer, zum Beispiel die Obergrenze von CHF 70 variabler Entschädigung pro versicherte Person in der Grundversicherung. Für die Zusatzversicherung gilt dasselbe über Art. 190e AVO.

Beispiel: was von curafutura im Alltag bleibt

Die Tabelle zeigt, welche Regeln aus der Zeit von curafutura heute noch gelten und wer sie weiterführt.

Verträge und Regeln mit Beteiligung von curafutura
Vertrag oder RegelDatumWas er regeltheute
Branchenvereinbarung Versicherungsvermittlung22.03.2024, allgemeinverbindlich seit 01.09.2024Verbot der telefonischen Kaltakquise, CHF 70 pro versicherte Person in der Grundversicherung, 16 Netto-Monatsprämien in der Zusatzversicherung, Beratungsprotokollgilt weiter, an die Stelle von curafutura ist prio.swiss getreten
Tarifvertrag TARDOC und ambulante Pauschalenunterzeichnet 31.10.2024, genehmigt 30.04.2025ambulante ärztliche Leistungengilt seit 01.01.2026, Partei ist prio.swiss
Umbenennung in prio.swiss18.12.2024RechtsnachfolgeVerband tritt seit 01.01.2025 auf

Was bedeutet das für dich?

Für deine Versicherung musst du wegen curafutura oder prio.swiss nichts tun. Deine Kasse, deine Prämie, deine Franchise und deine Kündigungsfristen bleiben gleich. Verbände verhandeln Tarife und vertreten die Versicherer, sie entscheiden aber nicht über deinen Vertrag.

Nützlich ist das Wissen in zwei Situationen:

  1. Beim Lesen älterer Dokumente. Taucht in einem Vertrag, einer Rechnungserklärung oder einem Artikel curafutura auf, gilt die Regel meist heute noch, jetzt mit prio.swiss als Partei.
  2. Bei unerwünschten Anrufen. Das Kaltakquise-Verbot gilt für alle Versicherer und ihre Vermittler. Du kannst dich bei der Kasse beschweren, für die angerufen wurde. Die Obergrenzen für Vermittler erklärt die Seite Vermittlerprovision.

Willst du Kassen vergleichen, helfen dir Prämien und amtliche Kennzahlen mehr als die Verbandszugehörigkeit. Die Prämien findest du im Prämienrechner, die Steckbriefe der Versicherer unter Krankenkassen, den Ablauf eines Wechsels unter Wechseln.

Häufige Fehler

  • curafutura für eine Krankenkasse halten. Es war ein Verband, du konntest dich dort nicht versichern.
  • Denken, die Regeln von curafutura seien weggefallen. Die Verträge laufen über prio.swiss weiter.
  • Die Verbandsmitgliedschaft als Qualitätsmerkmal lesen. Seit 2025 sind praktisch alle Versicherer im gleichen Verband. Das sagt nichts über Prämie oder Service.
  • Verbandsaussagen als neutrale Information übernehmen. Verbände vertreten die Interessen ihrer Mitglieder. Für Fakten sind Gesetz, BAG und amtliche Daten die bessere Quelle.

Wie wir Quellen auswählen, erklären wir unter So rechnen wir.

Häufige Fragen

Gibt es curafutura noch?

Nicht unter diesem Namen. Der Verein wurde umbenannt und heisst seit 18.12.2024 «prio.swiss – Der Verband Schweizer Krankenversicherer». Die Website curafutura.ch leitet auf prio.swiss weiter.

Ist curafutura eine Krankenkasse?

Nein. curafutura war ein Verband, in dem sich Krankenversicherer zusammengeschlossen hatten. Er hat keine Personen versichert und keine Leistungen bezahlt.

Was ist der Unterschied zwischen curafutura und santésuisse?

Beide waren Verbände der Krankenversicherer mit unterschiedlichen Mitgliedern und oft unterschiedlichen Positionen, etwa beim Arzttarif. Seit 2025 vertritt prio.swiss die Versicherer gemeinsam in der Gesundheitspolitik und bei den Tarifen. Dienstleistungen wie SASIS und der Leistungseinkauf laufen weiter über Tochtergesellschaften von santésuisse.

Muss ich wegen der Fusion etwas tun?

Nein. Deine Versicherung, deine Kasse und deine Fristen bleiben gleich. Die Fusion betrifft nur die Vertretung der Versicherer gegenüber Politik und Leistungserbringern.

Verwandte Begriffe

Quellen

  1. Verordnung betreffend die Aufsicht über die soziale Krankenversicherung (KVAV), Art. 35bArt. 35b KVAVfedlex.admin.ch
  2. Bundesgesetz betreffend die Aufsicht über die soziale Krankenversicherung (KVAG), Art. 19bArt. 19b KVAGfedlex.admin.ch
  3. Bundesgesetz über die Krankenversicherung (KVG), Art. 46Art. 46 Abs. 1 und 4 KVGfedlex.admin.ch
  4. Bundesgesetz über die Krankenversicherung (KVG), Art. 43Art. 43 KVGfedlex.admin.ch
  5. Bundesrat/BAG: Genehmigung Tarifvertrag TARDOC und Ambulante Pauschalen (30.04.2025)bag.admin.ch
  6. prio.swiss: Medienmitteilung «Neuer Verband der Schweizer Krankenversicherer heisst prio.swiss» (23.10.2024)prio.swiss
  7. Branchenvereinbarung Versicherungsvermittlung (BVV 3.0) vom 22.03.2024prio.swiss
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