Das Wichtigste in Kürze
- Die offiziellen Prämien der Grundversicherung werden als Monatsprämien genehmigt und veröffentlicht.
- Die Jahresprämie ist die Monatsprämie mal zwölf; ein allfälliger Skonto ist darin nicht enthalten.
- Die Kasse muss dir die neue Prämie mindestens zwei Monate vor Gültigkeit mitteilen (Art. 7 Abs. 2 KVG).
- Wer über den Arbeitgeber gegen Unfall versichert ist, erhält eine tiefere Prämie, höchstens 7 % Abzug (Art. 91a KVV).
- 2026 liegen in der Stadt Zürich für Erwachsene mit CHF 300 Franchise zwischen der günstigsten und der teuersten Monatsprämie CHF 206.30 (Quelle BAG).
Was ist die Monats- und Jahresprämie?
Die Monatsprämie ist der Preis deiner Krankenversicherung für einen Monat. Die Jahresprämie ist derselbe Preis für ein ganzes Kalenderjahr, also zwölf Monatsprämien. Beide Begriffe beschreiben die gleiche Prämie, nur auf einen anderen Zeitraum gerechnet.
In der Schweiz ist die Monatsprämie die offizielle Einheit. Die Krankenkassen reichen ihre Prämien für das nächste Jahr als Monatsbeträge beim Bundesamt für Gesundheit (BAG) ein. Das BAG prüft und genehmigt sie; vor der Genehmigung darf keine Kasse ihre neuen Prämien veröffentlichen. Danach stellt das BAG die Prämien aller Kassen, Regionen, Altersgruppen, Franchisen und Modelle als offene Daten bereit. Auch der offizielle Rechner priminfo.admin.ch und unser Prämienrechner zeigen Monatsprämien.
Die Jahresprämie brauchst du, sobald du rechnest: fürs Haushaltsbudget, für die Frage nach der richtigen Franchise oder für den Vergleich mit der Kostenbeteiligung. Franchise und Selbstbehalt sind Jahresbeträge. Wer eine Monatsprämie mit einer Jahresfranchise vergleicht, vergleicht Äpfel mit Birnen.
Die Begriffe gelten auch für Zusatzversicherungen. Dort sind die Prämien aber nicht vom BAG genehmigt und nicht öffentlich als Daten verfügbar; sie hängen zudem von Alter, Geschlecht und Gesundheitsangaben ab.
So funktioniert es
Wie hoch deine Monatsprämie in der Grundversicherung ist, hängt von fünf Faktoren ab:
- Kasse: Jede Kasse legt ihre Prämien selbst fest, abgestuft nach den Kosten im Kanton.
- Wohnort: Massgebend ist die Prämienregion deiner Wohngemeinde; die Regionen legt das Eidgenössische Departement des Innern einheitlich fest.
- Altersgruppe: Kinder bis 18 Jahre, junge Erwachsene von 19 bis 25 Jahren und Erwachsene ab 26 Jahren zahlen unterschiedliche Prämien. Eingeteilt wird nach Geburtsjahr.
- Franchise: Je höher die Franchise, desto tiefer die Prämie.
- Modell und Unfalldeckung: Hausarzt-, HMO- oder Telmed-Modelle sind günstiger. Bist du über den Arbeitgeber gegen Unfall versichert, sinkt die Prämie um den Unfallanteil, höchstens um 7 %.
Die genehmigte Prämie gilt für ein Kalenderjahr. Die Kasse muss dir die neue Prämie mindestens zwei Monate vor Gültigkeit mitteilen, für den 1. Januar also spätestens Ende Oktober. Ab dann kannst du bis 30. November auf Ende Jahr wechseln.
Aus der Monatsprämie wird die Jahresprämie, indem du sie mit zwölf multiplizierst. Zahlst du im Voraus für ein halbes oder ganzes Jahr, gewähren manche Kassen einen Skonto, der die effektive Jahresprämie leicht senkt. Wie du zahlst, erklärt der Beitrag zur Prämienzahlung.
Rechtliche Grundlage
Art. 61 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Krankenversicherung (KVG) lässt die Kasse ihre Prämien selbst festlegen und verlangt, dass sie von ihren Versicherten grundsätzlich die gleichen Prämien erhebt. Abs. 2 und 2bis erlauben die Abstufung nach Kanton und Prämienregion, Abs. 3 verlangt tiefere Prämien für Kinder und junge Erwachsene. Nach Art. 16 des Krankenversicherungsaufsichtsgesetzes (KVAG) braucht jeder Prämientarif eine Genehmigung der Aufsichtsbehörde und darf vorher weder veröffentlicht noch angewendet werden.
Die Verordnung über die Krankenversicherung (KVV) regelt die Details: Art. 90 KVV verlangt die Zahlung im Voraus und in der Regel monatlich, Art. 91 Abs. 3 KVV teilt die Altersgruppen nach Geburtsjahr ein, Art. 91a Abs. 4 KVV begrenzt den Abzug für die Unfalldeckung auf höchstens 7 %. Art. 92 KVV verpflichtet das EDI, jährlich die mittlere Prämie pro Kanton und für die Schweiz zu berechnen. Die Frist für die Prämienmitteilung von mindestens zwei Monaten steht in Art. 7 Abs. 2 KVG.
Beispiel: von der Monats- zur Jahresprämie
Mia ist 34 Jahre alt und wohnt in der Stadt Zürich. Die Tabelle zeigt die günstigste, die mittlere und die teuerste Monatsprämie aller 128 Angebote für ihren Jahrgang, jeweils auf das Jahr gerechnet (Prämien 2026, Gemeinde Zürich, Region 1, Erwachsene, mit Unfall; Quelle BAG).
| Franchise | Angebot | Monatsprämie | Jahresprämie |
|---|---|---|---|
| CHF 300 | günstigste | CHF 517.70 | CHF 6'212.40 |
| CHF 300 | Median | CHF 580.00 | CHF 6'960.00 |
| CHF 300 | teuerste | CHF 724.00 | CHF 8'688.00 |
| CHF 2'500 | günstigste | CHF 389.40 | CHF 4'672.80 |
| CHF 2'500 | Median | CHF 453.90 | CHF 5'446.80 |
| CHF 2'500 | teuerste | CHF 595.70 | CHF 7'148.40 |
Die günstigsten Angebote sind hier Modelle mit eingeschränkter Arztwahl. Welche Kassen dahinterstehen, zeigen die Steckbriefe unter Krankenkassen.
Was bedeutet das für dich?
Rechne jede Monatsprämie in eine Jahresprämie um, bevor du entscheidest. So gehst du vor:
- Jahresprämie bilden: Monatsprämie mal zwölf, bei Familien für alle Personen zusammen.
- Maximales Risiko dazurechnen: Franchise plus höchstens CHF 700 Selbstbehalt für Erwachsene. Das ergibt dein schlechtestes Jahr.
- Angebote vergleichen: Im Prämienrechner siehst du alle Kassen für deine Gemeinde. Ein Wechsel ist bis 30. November auf Ende Jahr möglich, die Termine stehen unter Fristen.
- Budget planen: Lege die Jahresprämie in zwölf gleiche Teile um und halte die Franchise als Reserve bereit.
Achte beim Prämienbrief im Herbst auf die neue Monatsprämie und vergleiche sie mit der alten. Schon ein Aufschlag von CHF 20 im Monat sind CHF 240 im Jahr.
Häufige Fehler
- Nur Monatsprämien vergleichen. Kleine Monatsunterschiede wirken harmlos, summieren sich aber über zwölf Monate.
- Monatsprämie und Jahresfranchise gegeneinander aufwiegen. Vergleiche immer Jahresbeträge mit Jahresbeträgen.
- Zusatzversicherung mitzählen. Steht alles auf einer Rechnung, trenn die Grundversicherung heraus, bevor du mit dem Rechner vergleichst.
- Die Unfalldeckung vergessen. Bist du über deinen Arbeitgeber obligatorisch gegen Unfall versichert, zahlst du den Unfallanteil bei der Kasse unnötig mit, solange die Unfalldeckung dort eingeschlossen bleibt.
- Den Prämienbrief ungelesen ablegen. Er ist die Grundlage für den Wechsel und kommt nur einmal im Jahr.
Häufige Fragen
Wie rechne ich die Monatsprämie in die Jahresprämie um?
Du multiplizierst die Monatsprämie mit zwölf. Aus CHF 580.00 im Monat werden CHF 6'960.00 im Jahr. Einen Skonto für Vorauszahlung ziehst du danach ab, falls deine Kasse einen gewährt.
Warum zeigen Prämienvergleiche Monatsprämien?
Weil die Kassen ihre Prämien als Monatsbeträge beim BAG einreichen und das BAG sie so veröffentlicht. Für Entscheidungen ist die Jahresprämie aber aussagekräftiger, weil du sie mit Franchise und Selbstbehalt zusammenrechnen kannst.
Kann sich die Monatsprämie während des Jahres ändern?
Die genehmigte Prämie gilt für das ganze Kalenderjahr. Deine Monatsprämie ändert sich unterjährig nur, wenn sich deine Situation ändert, etwa durch Umzug in eine andere Prämienregion, einen Modellwechsel oder den Wegfall der Unfalldeckung.
Warum ist meine Monatsprämie höher als im Rechner?
Prüfe Franchise, Modell, Unfalldeckung und Prämienregion auf deiner Police. Schon eine andere Franchise oder eine eingeschlossene Unfalldeckung ändert die Monatsprämie. Zusatzversicherungen stehen oft auf der gleichen Rechnung, gehören aber nicht zur Grundversicherungsprämie.
Verwandte Begriffe
- PrämieDie Prämie ist der Betrag, den du deiner Krankenkasse für die Grundversicherung bezahlst, im Voraus und in der Regel monatlich. Sie hängt von Kasse, Wohnort, Altersgruppe, Franchise und Versicherungsmodell ab, nicht aber von Einkommen oder Gesundheit. 2026 beträgt die mittlere Prämie in der Schweiz CHF 393.30 pro Monat.
- SkontoEin Skonto ist ein Rabatt, den dir manche Krankenkassen geben, wenn du die Prämie für mehrere Monate im Voraus bezahlst, meist für ein Halbjahr oder ein ganzes Jahr. Das Gesetz schreibt keinen Skonto vor: Ob es ihn gibt und wie hoch er ist, bestimmt jede Kasse selbst. Bei einer Jahresprämie von CHF 5'792.40 entspricht ein Skonto von 1 % CHF 57.92.
- PrämienzahlungDie Prämienzahlung ist die regelmässige Zahlung deiner Krankenkassenprämie. In der Grundversicherung ist die Prämie im Voraus und in der Regel monatlich fällig. Viele Kassen erlauben auch eine Zahlung pro Quartal, Halbjahr oder Jahr. Wie du zahlst, ändert nichts an deinem Versicherungsschutz, wohl aber an Mahnrisiko und Liquidität.
- PrämienrechnerEin Prämienrechner zeigt dir, was die Grundversicherung bei jeder Krankenkasse für deinen Wohnort, dein Alter, deine Franchise und dein Modell kostet. Grundlage sind die vom BAG genehmigten Prämien. 2026 umfasste die Auswahl für eine erwachsene Person in der Stadt Zürich 128 Angebote von CHF 389.40 bis CHF 724.00 im Monat.
Quellen
- Bundesgesetz über die Krankenversicherung (KVG), Art. 61Art. 61 KVGfedlex.admin.ch
- Verordnung über die Krankenversicherung (KVV), Art. 90–92Art. 90–92 KVVfedlex.admin.ch
- Verordnung über die Krankenversicherung (KVV), Art. 103Art. 103 KVVfedlex.admin.ch
- Bundesgesetz über die Krankenversicherung (KVG), Art. 7Art. 7 KVGfedlex.admin.ch
- Krankenversicherungsaufsichtsgesetz (KVAG), Art. 16Art. 16 KVAGfedlex.admin.ch
- BAG: Krankenversicherungsprämien 2026 (opendata.swiss)opendata.swiss
- BAG: Krankenversicherung, Prämien und Kostenbeteiligungbag.admin.ch
